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Etwa 250 Jahre altes Kleinod soll vor der Zerstörung gerettet werden

Im Garten der Familie Reinhardt im Buchhof steht ein Bildstock aus der ausgehenden Barockzeit, auf dem eine einmalig schöne Kreuzigungsgruppe dargestellt ist. Bindemittelverluste des Natursteins machen eine baldmögliche Sanierung zwingend erforderlich. Als südlichster Zipfel des ursprünglich katholischen „Madonnenländles“ sind in Stein und den dazu gehörenden Höfen noch eine Vielzahl an Bildstöcken erhalten. Allerdings nagt vielfach der Zahn der Zeit immer heftiger an der Substanz des gelben Sandsteins dieser kleinen volkstümlichen Kunstwerke. „Wie alt der Bildstock ist, kann ich auch nicht sagen, er hat hier bereits auf dem Grundstück gestanden, als mein Großvater das Anwesen kurz nach der Jahrhundertwende erworben hat“, erläutert Hermann Reinhardt. Die Stilmerkmale deuten auf beginnendes Rokoko hin, weil die Symmetrie in der Darstellung, ein treffsicheres Merkmal des Barocks, nicht mehr gewahrt ist und somit dem frühen 18. Jahrhundert zuzurechnen ist. Auf der noch recht gut erhaltenen Bildtafel sind neben der Kreuzigungsszene im rechten Teil links zwei Personen dargestellt, bei denen es sich vermutlich um Maria und den Lieblingsjünger Johannes handelt. Darüber sind im Bereich des horizontalen Kreuzbalkens Wolken mit (Engels-)Gesichtern dargestellt. Gerahmt wird die Bildtafel von Akanthusblättern. Über eine außergewöhnliche Besonderheit verfügt der Bildstock: trotz der sehr ansprechenden Steinmetzarbeit besitzt er keinerlei Inschrift. Die Stirnpartie des Engelsköpfchens auf dem Kapitell der Bildtafel ist abgeplatzt, der profilierte Schaft, der den Bildteil trägt, ist bereits im unteren Bereich erheblich geschädigt. Risse von mehr als 4 mm Breite durchziehen das Gestein, fehlender Verbund mit dem Untergrund hat zur Ablösung der Oberfläche geführt. „Die Bildtafel kriegen wir durch eine gründlichen Reinigung mit warmen Wasser und einer Wurzelbürste wieder hin“, so das Urteil des Restaurators Hubert Vaculik, „der Schaft hat allerdings im vorderen Bereich so starke Beschädigungen, dass eine genauere Untersuchung möglicherweise eine Gesamterneuerung erforderlich macht.“ In jedem Fall wird der Bildstock zunächst abgebaut und in die Werkstatt nach Obergriesheim gebracht, ein neuer Sockelunterbau mit entsprechender Dränage wird fällig, der verhindern soll, dass wieder Wasser kapillar aufsteigt und das sanierte Denkmal erneut in Schwierigkeiten bringt. Die Kosten einschließlich eines geplanten Bewitterungsschutzes durch eine dezente Bildstocküberdachung werden mit Sicherheit 4.000 € übersteigen. Wegen der Dringlichkeit hat der Heimatverein den Sanierungsauftrag bereits erteilt, obwohl die Finanzierung noch nicht ganz gesichert ist. Für Bürger mit Interesse am Erhalt des hiesigen Denkmalbestands besteht die Möglichkeit, diese Initiative mit einer Spende unter dem Stichwort „Bildstöcke“ auf das Konto 88 171 519 bei der Raiffeisenbank Neudenau-Stein-Herbolzheim, BLZ 667 624 33, zu unterstützen. Für Spenden über 100 € werden auf Wunsch Quittungen erstelltt, ansonsten gilt der Überweisungsnachweis. (fsf)

 

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