Sitzungsberichte
Aus der Mitte des Gemeinderats vom 06.06.2016
Projektentwicklung Wohnen “Am Stadtgraben” - Vorstellung der Planungsentwürfe der Bauträger
Das Thema Wohnen „Am Stadtraben“ wurde seit dem Jahr 2013 im Gemeinderat in mehreren Sitzungen und Klausurtagungen eingehend beraten.
Die STEG (Stadtentwicklungsgesellschaft) hat eine Standortanalyse und ein städtebauliches Planungs- und Nutzungskonzept erstellt. Darauf soll nun der nächste Schritt folgen: die Vermarktung. Die gesamte Entwicklungsfläche beträgt ca. 5.700 m² und liegt in der Stadtmitte direkt angrenzend an die Stadtmauer. Die Fläche befindet sich in städtischem Eigentum.
Beschlossen wurde ein sogenanntes Stadthauskonzept. Die alte Stadtmauer soll neu inszeniert werden, indem sie zum öffentlichen Raum hin sichtbar und zugänglich gemacht wird. Angedacht ist auch eine Brücke über die Brettach, um die Innenstadt mit dem südwestlichen „Vorstadtbereich“ zu verbinden.
Mit der Neubebauung soll eine Nachverdichtung stattfinden und barrierearmer Wohnraum im Zentrume geschaffen werden. Die örtliche Infrastruktur (Einkaufen, Verwaltung, Geschäfte in der Innenstadt, Busbahnhof) ist optimal fußläufig erreichbar. Mit der Bebauung des Grabens werden die Innenentwicklung und das Zentrum der Kernstadt deutlich gestärkt.
Für den ersten Bauabschnitt, die Errichtung von vier Mehrfamilienhäusern mit ca. 32 Wohnungen, wurde eine Flachdachvariante beschlossen. Die Erschließung erfolgt über eine Tiefgarage. Durch Aufzüge sind die Gebäude über die Tiefgarage bis ins Dachgeschoss erschlossen.
Im zweiten Bauabschnitt soll ein Mehrfamilienhaus mit etwa acht Wohnungen entstehen. Im dritten und letzten Bauabschnitt sind vier Einfamilienhäuser mit Satteldach vorgesehen.
Im Gemeinderat wurden Vergaberichtlinien für das Bewerberverfahren festgelegt. Vier Bauträger haben sich beworben. Ein Bauträger hat auf eine Vorstellung im Gremium verzichtet.
Die verbleibenden drei Bauträger haben ihre Planungen in der öffentlichen Sitzung vorgestellt. Die Bauträger sind „Kern Wohnbau“ aus Öhringen, „Kruck und Partner“ aus Heilbronn und „Wohnbau Schäfer“ aus Neuenstadt.
Dr. Heiko Widmann von „Kern Wohnbau“ stellte das Konzept vor. In jedem der vier Häuser sind acht Wohneinheiten angedacht. Es sollen 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen entstehen. Die Gebäude sind größtenteils mit einer weißen Putzfassade versehen und zur Auflockerung mit Sandsteindekor verziert. Die Tiefgaragenwand ist begrünt. Der ebene Platz wurde mit einem Spielplatz, Sitzbänken und Bäumen geplant. Es soll eine „Null-Energiehaus-Technik“ verwirklicht werden.
Herr Kauffmann und Herr Durst stellten die Planungen von „Kruck und Partner“ vor. Ihre Planungen beinhalteten individuelle Formen für jeden Baukörper und daher jeweils auch individuelle Grundrisse, welche durch Vor- und Rücksprünge in den Gebäuden erzielt werden. Die Farbgebung erfolgt in hellen Tönen, die mit warmen Braun- und Beigetönen kombiniert werden. Die Platzgestaltung kann mit Treppen oder alternativ auf einer Ebene mit Wasserspielen gestaltet werden. Es wurden zudem zwei verschiedene energetische Konzepte vorgestellt.
Herr Knorr, Architekt von Knorr & Thiele, stellte die gemeinsamen Planungen mit „Wohnbau Schäfer“ vor. Die vier Baukörper sind mit unterschiedlichen Längen geplant. Es gibt 34 Wohneinheiten mit 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen. Die umschließenden Loggien sind teilweise überdacht. Die Tiefgaragenwand ist eine Energiewand mit Natursteinverkleidung. Der Platz wurde mit Sitzbänken, einer Wasserstelle und mit Bäumen begrünt geplant. Die Fassade wird durch Natursteinverkleidung verziert. Die Häuser sind mit einem KfW-40-Plus-Standard geplant.
Obwohl die Grundstruktur des vorgegebenen Entwurfes der STEG von allen Bewerbern eingehalten wurde, zeigen die eingereichten Arbeiten jeweils andere, eigene städtebauliche Interpretationen des ursprünglichen Entwurfes. Alle Projekte haben fortschrittliche Energiekonzepte.
Nach der Entscheidung über einen Bauträger wird es noch ein Bebauungsplanverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit geben. Der Beschluss über den Bauträger wird in der öffentlichen Sitzung am 13. Juni 2016 gefasst.
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