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Stadtturm und Oberes Stadttor

Der Stadtturm hat einen quadratischen Grundriss von 8,45 m Seitenlänge und eine Höhe von 37,5 m. Die Wandstärke beträgt ringsum 1,30 m bis zu einer Höhe von 12 m, darüber bis zum Dachbeginn noch 1 m.

Der erste, vermutlich bereits im 14. Jh. erbaute Turm stürzte 1689 zusammen. Die durch die Folgen des Dreißigjährigen und der Franzosenkriegen finanziell ausgeblutete Stadt war nicht in der Lage, den Wiederaufbau des Stadtturmes aus eigener Kraft zu bewältigen. Mit Hilfe mehrerer Sammlungen in verschiedenen württembergischen Oberämtern wurde das erforderliche Geld dafür zusammengetragen. Die Fertigstellung des Stadtturms dauerte bis 1703. Der neue Turm war mit einer Turmwächterwohnung ausgestattet, was ihm zum Verhängnis wurde.
Denn 1831 brannte die Wächterwohnung mit dem Turmhelm ab. Die 3 Glocken zerschmolzen in der Glut. In einem Notizbuch ist zu lesen: "Den 8ten Jan.1831 ist Nachts 9 Uhr der Turm abgebrannt. Durch einen Bakkenstein im Bett, der zu heiß war, kam das Unglück".

Die finanziellen Verhältnisse hatten sich gebessert, so daß der abgebrannte Teil, in völlig neuer Form, wieder aufgebaut werden konnte. Weil man nun auf eine Turmwächterwohnung verzichtete konnte man die (neuen) Glocken im Unterschied zu früher über dem Umgang aufhängen. Das Uhrenwerk verlegte man in einen Aufsatz ganz nach oben. Diese dritte Version ist bis auf den heutigen Tag unverändert erhalten geblieben.

Nach dem 2. Weltkrieg, den der Stadtturm im Unterschied zu Schloss und Kirche unbeschädigt überstand,  wurden noch folgende Veränderungen vorgenommen:
1956 wurde wegen des starken Verkehrs durch das Tor, für Fußgänger ein neuer Durchgang neben der Durchfahrt geschaffen.
1959 brachte man auf der Ostseite eine Steintafel mit historischen Daten der Stadtgeschichte an.

<nach: Am Brunnen vor dem Tore, Nr. 166 + 167, Autor: Eugen Kress>

http://www.neuenstadt.de//freizeit-tourismus/fuer-besucher/historischer-stadtrundgang/torturm