Stadt Aktuell: Stadt Neuenstadt am Kocher

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Stadt Aktuell

Aus der Mitte des Gemeinderates vom 26.07.2021

Artikel vom 03.08.2021

Gedenkminute für Flutopfer
Bürgermeister Heuser eröffnete die Gemeinderatssitzung mit einer Gedenkminute für die Opfer des Starkregens und Hochwassers in Deutschland. Anschließend berichtete er von der erfolgreichen Sammelaktion der Freiwilligen Feuerwehr Neuenstadt und der Weiterleitung der Hilfsgüter. Er dankte den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr für deren Hilfsbereitschaft.

Ehrung der aktiven Mitglieder des Gemeinderats
Bürgermeister Norbert Heuser ehrte in dieser Sitzung sieben aktiven Gemeinderäte, die sich mindestens zwei Amtsperioden im Gemeinderat engagieren. Sie erhielten eine Ehrennadel des Gemeindetags Baden-Württemberg mit der entsprechend eingravierten Jahreszahl.
Die Ehrung sollte ursprünglich während des Bürgerempfangs im März 2020 bzw. März 2021 stattfinden. Durch die Corona-Pandemie wurden beide Veranstaltungen leider abgesagt und die Ehrungen nun nachgeholt.

Bürgermeister Heuser würdigte in seiner Ansprache das hohe kommunalpolitische Engagement der Stadträte und Stadträtinnen. Es sei keine Selbstverständlichkeit, sich so für die Gemeinschaft zu engagieren. „Kommunalpolitik ist Basispolitik und wirkt sich auf alle Bereiche einer Stadt direkt aus“, erklärte er. Die Mitglieder des Gemeinderats sind Vorbild für andere, übernehmen Eigeninitiative und Verantwortung und haben das Wohl der Allgemeinheit im Blick. Dabei ist es nicht immer einfach, das Allgemeinwohl zu vertreten, da es ständig viele Einzelinteressen gibt. Der Zeitaufwand ist ebenfalls beachtlich – sei es für das Durcharbeiten der Sitzungsunterlagen, die Teilnahme an den Sitzungen, Tagungen, Eröffnungen und weiteren Terminen oder auch das Führen von Gesprächen mit den Bürgern und Bürgerinnen.

„Für dieses große Engagement und die immer konstruktive und sehr gute Zusammenarbeit bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen“, erklärte der Bürgermeister.
Im Namen des Präsidenten des Gemeindetags Baden-Württemberg überreichte er jedem die Ehrennadel und Ehrenurkunde und ging dabei auf das Engagement jedes Einzelnen ein.

Stadtrat Klaus Gussmann engagiert sich seit 1994 und damit seit über fünf Amtsperioden im Gemeinderat. Zudem ist er aktuell Fraktionsvorsitzender der CDU und war bis 2019 erster stellvertretender Bürgermeister und ist nun zweiter stellvertretender Bürgermeister.

Stadtrat Udo Wengenroth war von 1999 bis 2004 im Gemeinderat und ist seit 2009 wieder aktiv dabei. Damit ist er nun über fünfzehn Jahre Mitglied des Gemeinderats. Derzeit ist Herr Wengenroth erster stellvertretender Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender der BG.

Hartmut Belz engagiert sich seit 2004 und damit über drei Amtsperioden im Gemeinderat. Er ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der BG.

Stadträtin Conny Fröschle sowie die Stadträte Helmut Hönig, Markus Kratzmüller und Markus Murawski sind alle über zwei Amtsperioden Mitglied im Gemeinderat. Markus Kratzmüller ist zudem Ortsvorsteher von Stein a. K., Helmut Hönig ist dritter stellvertretender Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender der SPD.

Neubau eines Wohnheims mit Tagesstruktur durch die Johannes-Diakonie Mosbach
Bürgermeister Norbert Heuser begrüßte die Vertreter der Johannes-Diakonie, die im Rahmen der Sitzung das Unternehmen und das geplante Projekt vorgestellt haben.
Herr Huber, pädagogischer Leiter, berichtet vom Interesse der Johannes-Diakonie aus Mosbach an der Errichtung eines Wohnheimes mit Tagesstruktur in der Region Neuenstadt. Die Johannes-Diakonie arbeitet für Menschen mit Behinderung und für Menschen mit seelischen Erkrankungen. Sie bietet Hilfe in den Bereichen Behindertenhilfe, Medizin, Bildung, berufliche Rehabilitation, Jugend- und Seniorenhilfe.
Das Ziel der vielfältigen Arbeit ist, jeden Menschen passend zu unterstützen und zu betreuen. Ziel ist ein inklusives Miteinander. Die Johannes-Diakonie arbeitet nach dem christlichen Menschenbild und dem diakonischen Gedanken. Dabei hält man sich an die Leitlinien der Behindertenhilfe. Es wird dabei insbesondere auf die Selbstbestimmung, Individualität, Normalität, Privatheit und Entwicklung von Fähigkeiten der Menschen geachtet. Für die Johannes-Diakonie arbeiten fast 3.000 Mitarbeiter.

Frau Jelinek, Regionalleiterin der Johannes-Diakonie, führt aus, dass mit dem Neubau Menschen mit Behinderung die Möglichkeit gegeben werden soll, in einer Wohngemeinschaft so selbständig wie möglich zu leben.

Das Angebot richtet sich an volljährige Menschen mit Behinderung, die (noch) nicht ohne persönliche Betreuung, Unterstützung und Förderung leben können. Meist benötigen sie ein umfassendes und regelmäßiges Förderungsangebot, wenn auch nur in Teilbereichen. Sie sind in der Lage, einen Teil des Tages oder tageweise und in der Nacht ohne persönliche Betreuung und Unterstützung zu leben. Für diesen Personenkreis stellt das Wohnen in einer Wohngemeinschaft entweder eine dauerhafte Wohnform mit größtmöglichem Grad an Selbstständigkeit dar oder es bietet ein ideales Lernfeld und Entwicklungsmöglichkeiten im sicheren Rahmen. Für Paare ist diese Wohnform eine gute Möglichkeit, ihre Beziehung außerhalb des stationären Kontextes und dennoch mit Unterstützung zu leben.

Die Johannes-Diakonie Mosbach hat ein sehr differenziertes und auf den Bedarf des Menschen abgestimmtes Wohn- und Betreuungsangebot entwickelt. Wohngemeinschaften gibt es in Form von Außenwohngruppen an unseren Hauptstandorten in Mosbach und Schwarzach sowie an dezentralen Standorten von Wertheim im Norden bis Lahr im Süden.

Die Einrichtung der Johannes-Diakonie soll auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks der Stadtwerke Neuenstadt an der Neckarsulmer Straße realisiert werden. Die Architektin Frau Michaelsen erläutert die ersten Pläne. Das Gebäude der Stadtwerke wird abgerissen, die Gartenremise soll jedoch erhalten werden. Die Anfahrt an das neue Gebäude soll von Norden erfolgen, der Garten liegt geschützt in Richtung Süden. Das Gebäude wird nicht unterkellert. Im Erdgeschoss befindet sich die Tagesstruktur (Café und Gruppenraum) und der Verwaltungsbereich, im Obergeschoss die Wohngruppen.

Einstimmig stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben grundsätzlich zu. Einzelheiten zum Projekt unterliegen einer weiteren Beschlussfassung durch den Gemeinderat. Durch die grundsätzliche Bereitschaft des Gemeinderates das Vorhaben zu unterstützen hat die Johannes-Diakonie nun auch die Möglichkeit die Nachbarschaft frühzeitig zu beteiligen.

Bedarfsplanung Kindertageseinrichtungen
Die Sachgebietsleiterin des Bereiches Kinder- und Jugend, Frau Miriam Weber, stellte die Bedarfsplanung der Kindertageseinrichtungen vor.
Die kommunale Bedarfsplanung ist ein kontinuierlicher Prozess, in dem alle Beteiligten der Kindertageseinrichtungen mit einbezogen sind. Zu berücksichtigen sind aktuelle Änderungen der grundlegenden Gesetze zur Kindertagesbetreuung.

Ausschlaggebende Grundlagen für die Bedarfsplanung sind der Rechtsanspruch ab dem vollendeten dritten Lebensjahr seit dem 01.01.1996 und der Rechtsanspruch ab dem vollendeten ersten Lebensjahr seit dem 01.08.2013.
Hinzu kommt das ab 1. Januar 2019 in Kraft getretene Gute-KiTa-Gesetz, welches zum Ziel hat, die Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindertagesbetreuung bundesweit weiterzuentwickeln und die Teilhabe in der Kindertagesbetreuung zu verbessern. Mit dem Gesetz unterstützt der Bund die Länder dabei, die KiTa-Qualität zu verbessern. Die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse und eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf werden angestrebt. Die 16 Bundesländer schließen mit dem Bund dazu individuelle Verträge.

§ 3 Kindertagesbetreuungsgesetz (KiTaG) verpflichtet die Städte und Gemeinden, eine Kindergartenbedarfsplanung zu führen, um auf ein ausreichendes und bedarfsgerechtes Betreuungsangebot für Kinder über und unter drei Jahren hinzuwirken.
Die Stadt Neuenstadt legt großen Wert auf ein an den Bedürfnissen der Eltern und Kinder orientierten Betreuungsangebot. Die stetige und bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Betreuungsangebote ist unerlässlich und erfordert eine sorgfältige, kontinuierliche und örtliche Bedarfsplanung.
Mit der Stadt Neuenstadt, der Katholischen sowie der Evangelischen Kirchengemeinde werden in Neuenstadt von drei unterschiedlichen Trägern verschiedene Betreuungsformen angeboten. Durch diese vorhandene Vielfalt kann das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern hinreichend gewahrt werden.
Die Betreuungsangebote in einer Kommune stellen mehr denn je einen wichtigen Standortfaktor dar. Ein bedarfsgerechtes Angebot ist eine wichtige Voraussetzung für die immer wichtiger werdende Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

In einem gemeinsamen Gespräch mit den kirchlichen Trägern wurde am 23. März 2021 einvernehmlich die Bedarfsplanung der Stadt Neuenstadt a. K. mit den Stadtteilen für das Kindergartenjahr 2021/2022 wie folgt besprochen.
 

In Neuenstadt gibt es folgende Krippen: die Krippe Götzenkreuz, die Krippe Mühlweg und die Krippe Wiesenweg. Erfahrungsgemäß ändern sich die Anmeldezahlen im Krippenbereich durch viele Umstände und die Abmeldungen werden vor der Aufnahme immer häufiger. Dadurch ist eine verlässliche Planung sehr schwierig.
Der Einrichtungswechsel von Kleinstkindern im laufenden Kindergartenjahr vom U3 in den Ü3 Bereich ermöglicht der Stadtverwaltung eine flexible und bedarfsgerechte Platzvergabe.

In Neuenstadt gibt es zudem die KTE am Helmbundkirchle, die KTE Daistler und die KTE Mühlweg, die KTE Kitteläcker in Bürg, die KTE Wiesenweg in Cleversulzbach und die KTE Weißbaumstraße in Stein a. K. sowie die Evangelische Kindertageseinrichtung in Neuenstadt, die Katholische KTE St. Franziskus in Stein a. K.  und die Katholische KTE Dekan-Dieterich in Kochertürn.
Das Platzangebot, das Betreuungsangebot sowie die Betreuungszeiten aller KTEs finden sich im Internet unter www.neuenstadt.de im Bereich Wohnen & Leben.

Die KTE Lange-Wiesen-Weg wurde aufgrund der Gebäudesanierung mit 25 Kindern vom 01.04.2021 bis zum Kindergartenjahr 2022/2023 in die KTE am Helmbundkirchle ausgelagert.

2023 soll die KTE Lange-Wiesen-Weg eine Platzkapazität für 75 Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt erhalten. Diese Einrichtung wird nach der Sanierung im Ganztagesbetrieb geführt.

Der städtische Waldkindergarten wird ab dem Kindergartenjahr 2021/ 2022 täglich von 07:30 bis 14:30 Uhr geöffnet sein und wird eine Platzkapazität für 30 Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt bieten. Es wird eine 6 und 7 Stunden-Betreuung angeboten. Diese Kindertageseinrichtung ist der KTE Mühlweg zugehörig und wird durch diese Einrichtungsleitung geführt.

Generell haben alle Geschwisterkinder ab dem Kindergartenjahr 2019/2020 das Vorrecht, in der gleichen Einrichtung aufgenommen zu werden, in der bereits ein Kind aus der Familie betreut wird, soweit die Plätze der gewünschten Betreuungszeit vorhanden sind. Dies ist zum Wohle der Kinder, der Eltern (Vereinbarkeit Beruf und Familie) und auch für das pädagogische Fachpersonal (vereinfachter Ablauf in der Aufnahme eines Kindes) sehr sinnvoll.

Zertifizierung 2021

Die städtischen Kindertageseinrichtungen wurden im April 2021 gemeinsam mit der evangelischen Kindertageseinrichtung mit dem BETA Gütesiegel des ev. Landesverbades ausgezeichnet. Eine öffentliche Zertifizierung und Übergabe des Siegels durch den ev. Landesverband wird in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen stattfinden.

Fazit:
Bisher können alle Kinder, die in einer Kindertageseinrichtung in Neuenstadt angemeldet sind, auch untergebracht werden – nur nicht immer in der Wunscheinrichtung der Eltern.
Durchschnittlich werden 10 Prozent der Kinder in anderen Kommunen betreut, wofür die Stadt Neuenstadt einen interkommunalen Kostenausgleich bezahlt.
Die Nachfrage von Familien aus Nachbarkommunen nach einem Betreuungsplatz für ihr Kind in einer Kindertageseinrichtung in Neuenstadt ist groß. Aktuell werden keine auswärtigen Kinder aufgenommen, um den Rechtsanspruch für Familien mit Wohnsitz in Neuenstadt gewährleisten zu können.

Die „Fit für die Grundschule“ – Klasse an der Förderschule in Neuenstadt wurde im Schuljahr 2019/2020 sehr gut von den Familien angenommen, so dass dieses Angebot im Schuljahr 2021/2022 weiterhin besteht. Es werden 5 Kinder aus Neuenstadt die in dieser Klasse eingeschult sowie 3 weitere Kinder aus den Nachbarkommunen. So können die Zahlen der Rückstellungen weiterhin geringgehalten werden.

Die Zielsetzung liegt weiterhin in der Aufrechterhaltung und dem Ausbau eines bedarfsgerechten, flexiblen und vielfältigen örtlichen Angebots.

Finanzielle Auswirkungen werden sich in den nächsten Jahren durch die Zunahme der Geburtenzahlen ergeben, indem weitere Räumlichkeiten geschaffen werden und Personal eingestellt wird. Für die Bedarfsplanung selbst entstehen keine Kosten.

Im Rahmen der Bedarfsplanung nahm das Gremium die Belegungs-, Entwicklungs- und Geburtenzahlen zur Kenntnis.

Anpassung der Elternbeiträge in den Kindertageseinrichtungen für das Kindergartenjahr 2021/22 - Neufassung der Gebührensatzung
Die Empfehlung für das Kindergartenjahr 2021/2022 liegt vor und wurde mit einer Info des Gemeindetages Baden-Württemberg am 22.06.2021 an die Kommunen versendet. Die vier Kirchen und die kommunalen Landesverbände haben sich auf eine Steigerung der Elternbeiträge i. H. v. 2,9 % für das Kindergartenjahr 2021/2022 geeinigt. Diese Gebührensteigerung betrifft die Erhöhung der Elternbeiträge im Ü3- und U3-Bereich sowie für die Grundschul- und Ganztagesbetreuung.

Die Elternbeiträge für die Grundschulbetreuung wurden laut Beschlussvorlage vom 14.07.2020 im Schuljahr 2020/2021 nach 5 Jahren das erste Mal analog der Elternbeiträge der Kindertageseinrichtungen erhöht. Die Erhöhung dieser Beiträge soll künftig an der Anpassung teilnehmen. Die Erhöhung der Kosten betragen auch hier 2,9 %, mindestens jedoch 1 €.

Die neue Gebührensatzung wird ebenfalls in dieser Ausgabe der Neuenstadter Nachrichten veröffentlicht.

Bei einer entsprechenden Erhöhung betragen die Mehreinnahmen im Kindergarten Ü3 für das Kindergartenjahr 2021/2022 insgesamt 10.615 Euro. Im Bereich der Krippe U3 betragen die Mehreinnahmenfür das Kindergartenjahr 2021/2022 insgesamt 8.954 Euro.

Im Jahr 2021 betragen die Gesamtausgaben für die städtischen Kindertageseinrichtungen 4.939.484 Euro. Die Einnahmen von Bund, Land und durch Elternbeiträge liegen bei 2.465.840 Euro. Der Abmangel, den alle Einwohner der Stadt zu zahlen haben, liegt damit bei 2.473.644 Euro. In Neuenstadt ist der Anteil der Elternbeiträge mit rund 12 % an den Gesamtausgaben deutlich unter den angestrebten 20 %.
Im Jahr 2021 betragen die Gesamtausgaben für die Ganztagesbetreuung an Grundschulen 490.284 Euro. Die Einnahmen von Bund, Land und durch Elternbeiträge liegen bei 211.000 Euro. Der Abmangel beträgt 279.284 Euro.

Der Gemeinderat stimmte der Neufassung der Gebührensatzung vom 26.07.2021 für die Kindertageseinrichtungen der Stadt Neuenstadt a. K. zu. Die neuen Gebühren gelten ab 1. September 2021.

Bausachen
Der Gemeinderat stimmte einer Bauvoranfrage zu und nimmt von einer Bauvoranfrage Kenntnis.

Bekanntgaben                                                                                                                                                                      Waldbericht für die Kommunalwälder im Landkreis Heilbronn, Stand Juli 2021

Das Kreisforstamt im Landratsamt Heilbronn hat den Gemeinde- und Stadtverwaltung den Halbjahresbericht zu den Kommunalwäldern im Kreis Heilbronn zugesandt. Der Bericht ist in die Kapitel Wald und Natur, Holzmarkt, Forstpolitik und Verträge, Forstliche Förderung, Privatwaldbetreuung und Waldpädagogik unterteilt.

Wald und Natur
Das kühle und feuchte Frühjahr hat denn Wäldern gutgetan und die Borkenkäferentwicklung verlangsamt. Die Regenmenge des ersten Halbjahrs liegt allerdings nur leicht über den Vorjahren, gefühlt war es deutlich mehr. Durch die Abnahme der „Jet-Winde“ in der Atmosphäre verbleiben Wetterlagen offenbar länger stationär, damit auch Gewitterlagen. Frühjahrsstürme blieben erfreulicherweise aus. Der Eichen-Prozessionsspinner mit seinen Raupen und Gespinstnestern hat offenbar zugenommen. Gegenmaßnahmen wegen Gesundheitsgefahren für Menschen sind aber nur punktuell möglich und sinnvoll.

Die „Forsteinrichtung 2022 - 2031“, also die aufwändige Inventur und mittelfristige Planung für die nächsten 10 Jahre, läuft derzeit in allen Betrieben über 100 Hektar, für kleinere Betriebe gibt es ein vereinfachtes Verfahren. Zentrales Thema ist der Waldumbau im Klimawandel.
Der „Hiebssatz“ kann dabei vor allem wegen des voraussichtlichen Ausfalls der Baumarten Fichte (Käfer) und Esche (Pilz) ansteigen, aber auch zum Umbau und zur Risiko-Absenkung durch Entnahme überalterter und gefährdeter Bäume. Der Gemeinderat wird sich im Herbst 2021 bzw. Winter 2021/2022 damit befassen.

Der Wald als CO2-Speicher rückt immer mehr in den Fokus. Dabei kann der Wald sowohl Senke als auch CO2-Quelle sein. Der Einsatz von Holz bei langlebigen Produkten und Konstruktionen und auch als Substitut für andere Baustoffe (Zement, Beton, Metalle etc.) erscheint sinnvoll.

Wald als Erholungsort hat enorm an Bedeutung gewonnen. Zugleich wird aber ein rücksichtsvoller Umgang aller Waldnutzer miteinander wichtig, z. B. zwischen Fußgängern und Radfahrern etc.

Holzmarkt
Der Rohstoff Holz ist aufgrund der aktuellen Versorgungslage in aller Munde. Gemeint ist dabei jedoch nur die Versorgungslage beim Nadelholz und im speziellen bei den Baumarten Fichte und Tanne.

Aufgrund des sehr hohen Schadholzaufkommens im Jahr 2020 (in Deutschland ca. 75 Mio. Fm) sank der Rohstoffpreis zum Teil unter 20 Euro/Fm. Dadurch entstanden neue Lieferströme für Rundholz nach China (ca. 8 Mio. Fm Export). Gleichzeitig stieg, durch mehrere Konjunkturprogramme angekurbelt, der Schnittholzbedarf in den USA (ca. 2 Mio. m³ Export). Beides hat sich trotz deutlich gestiegener Rohstoffpreise im 1. Halbjahr 2021 fortgesetzt und führt aktuell zu Lieferengpässen in bestimmten Schnittholzsortimenten und zu deutlich gestiegenen Preisen.

Die Holzverkaufsstelle Heilbronn (im Landratsamt) vermarktet alle Nadelhölzer ausschließlich im Umkreis von maximal 100 km. Es wurde kein Nadelrundholz nach China vermarktet.
Die rege Nachfrage nach Fichte und Tanne beschert dem Waldbesitz aktuell sehr gute Rundholzpreise. So werden z. B. für die Fichte im Leitsortiment 2 b (Mittendurchmesser über 25 cm) schon bis zu 100 Euro/Fm bezahlt. Ende letzten Jahres waren es für dasselbe Sortiment (frisch) nur 50 Euro/Fm.
Der Holzeinschlag im Nadelholz beschränkt sich im Moment auf die Aufarbeitung der Käferholzer auf dem Winter. Durch die kalte Witterung ist der erste Flug des Buchdruckers deutlich später. Daher rechnet man mit den ersten frischen Käferhölzern Ende Juli. Diese müssen rasch gefunden und umgehend aufgearbeitet werden. Waldarbeiter- und Unternehmerkapazität sowie Fuhrkapazität stehen dafür bereit. In einen sogenannten planmäßigen Einschlag wird, immer orientiert an der Entwicklung des Käferholzaufkommens, erst im Herbst eingestiegen.

Die Vermarktung des Laubholzes ist vollständig abgeschlossen. Im Rückblick auf viele Unwägbarkeiten (Corona, Containerpreis-Entwicklung usw.) kann man mit der abgelaufenen Saison zufrieden sein. Die Nachfrage bei Buche, aufgrund der Schäden, das Sorgenkind beim Laubholz, hat sogar am Ende der Einschlagssaison angezogen. Dies setzt sich momentan schon fort. Obwohl man vom eigentlichen Laubholzeinschlag noch weit entfernt ist, gibt es schon die ersten Mengenanfragen bzw. Reservierungen und erste Preisverhandlungen. Auch im Laubholz steigt die nationale und internationale Nachfrage, was auf steigende Preise für das Rundholz hoffen lässt. Insbesondere bei den Baumarten Buche und Esche spielen die Märkte in China, Japan, Indien und Vietnam eine entscheidende Rolle. Neben dem Export von Schnittholz über die Sägewerke, werden im Gegensatz zum Nadelholz, auch Rundhölzer über deutsche Händler aus Heilbronn exportiert.

Forstpolitik, Verträge
Wie im Vorjahr 2020 rechnet das Kreisforstamt zum 1. Juli das Entgelt für den forstlichen Revierdienst 2021 ab. Grundlage ist der zum 1.1.2000 abgeschlossene Betreuungsvertrag (KW 1). Gleichzeitig wird der „Mehrbelastungsausgleich“ (Förderung) 2021 durch Verrechnung ausbezahlt.

Im Vorjahr haben alle Kommunen des Landkreises einen Erstantrag auf finanziellen Ausgleich für die Erfüllung der besonderen Allgemeinwohlverpflichtung gemäß Körperschaftswald-Verordnung (KWaldVO § 8 „Mehrbelastungsausgleich“) gestellt. Der Zuwendungsbescheid liegt den Kommunen vom Vorjahr 2020 vor. Für das aktuelle Jahr ist kein neuer Antrag zu stellen. Daher erhalten fast alle Kommunen denselben Zuwendungsbetrag wie im Vorjahr. Zur Verwaltungsvereinfachung wird der Mehrbelastungsausgleich mit der Zahlung für den forstlichen Revierdienst verrechnet, die Zahlung für den forstlichen Revierdienst wird um den Mehrbelastungsausgleich reduziert. Änderungen ergeben sich eventuell durch neue Hiebssätze im Rahmen der Forsteinrichtungserneuerung.

Forstliche Förderung
Die im letzten Jahr in Kraft getretenen Fördermaßnahmen zur Beseitigung der Folgen von Extremwetterereignissen haben auch weiterhin Bestand und werden bestmöglich genutzt.
Im Wesentlichen sind dies folgende Fördermöglichkeiten:
6 Euro pro Festmeter Schadholz, welches in Folge von Extremwetterereignissen (Dürre, Sturm, Insektenbefall) eingeschlagen werden musste.
7 Euro pro Festmeter Nadelholz, welches aus Waldschutzgründen außerhalb der Reichweite von gefährdeten Nadelbaum-Beständen ausgelagert wurde, um die Gefahr ausschwärmender Käfer zu entschärfen.
Außerhalb der „Extremwetterrichtlinie“ wird die Weiterentwicklung naturnaher Bestände hin zu stabilen und strukturreichen Laub- und Mischbeständen durch Pflanzung, Saat oder Naturverjüngung gefördert, sofern dies mit klimatoleranten Mischbaumarten geschieht und auf Grundlage von vorliegenden Erkenntnissen der Standortskartierung und der Forsteinrichtung geplant wird.
Mit dem Inkrafttreten der Fördermöglichkeiten im Bereich des Vertragsnaturschutzes wird in den nächsten Monaten gerechnet. Dann soll es Zuwendungen, beispielsweise für den Erhalt von Habitatbaumgruppen, ökologisch wertvoller einzelner Habitatbäume oder der Pflege und Gestaltung von strukturierten Waldinnen und- außenrändern geben. Gegenwärtig ist hier noch keine Antragstellung möglich, da die Veröffentlichung der Durchführungshinweise zu den bereits jetzt stark nachgefragten Fördermöglichkeiten noch aussteht.

Privatwaldbetreuung

Die forstliche Betreuung von privaten Waldbesitzenden ist weiterhin geprägt von der Umstellung der indirekten in eine direkte, transparente Förderung. So werden beispielsweise klassische Dienstleistungen der Forstrevierleitenden wie die Erfassung von eingeschlagenem Holz oder dem Auszeichnen einer anstehenden Durchforstung digital auf dem Tablet der Revierleitenden erfasst und anschließend zu Echtkosten abgerechnet. Mit Hilfe einer zuvor abgeschlossenen Privatwald-Vereinbarung können diese Kosten für die Waldbesitzenden aber gefördert und somit erheblich reduziert werden.

Mit Hilfe von umfangreichen Informationen und dem regen Austausch mit den Waldbesitzenden soll auch der Privatwald im Landkreis weiter gestärkt und aktiviert werden. Besonders die forstlichen Förderangebote des Landes sind stark nachgefragt und werden mit Unterstützung des Forstamtes einer Vielzahl von privaten Waldbesitzenden zugänglich gemacht.

Waldpädagogik
Die Fortführung der waldpädagogischen Angebote kam durch die Corona-Situation erneut ins Stocken. Somit traten Angebote zum selbständigen Erleben in den Vordergrund – einmal wöchentlich wurde eine Idee für Erlebnisse in der Natur zum Download auf der WaldNetzWerk-Homepage bereitgestellt.

Ein besonderes Angebot gab es zu den Osterferien: die „WaldEntdeckerTour“. An sieben Orten verteilt im Landkreis wurde ein WaldEntdeckerpfad mit kontaktfreien Aktionen aufgebaut. Familien konnten selbständig und ohne große Fahrwege auf Entdeckertour in den Wald in ihrer Nähe gehen und gemeinsam mit den Kindern den Frühlingswald durch die Aufgaben und Impulse am Wegesrand hautnah erleben. Die EntdeckerTour kam sehr gut an und wurde um zwei Wochen verlängert, so dass auch Schulen und Kindergärten die Stationen nutzen konnten.

Inzwischen sind die Programme für die Bildungseinrichtungen gestartet und die Nachfrage nach den waldpädagogischen Terminen für Schulklassen ist groß. Auch die Angebote des Waldplaners mit Programmen für Jedermann konnten beginnen. Für die Sommerferien ist in zahlreichen Kommunen ein buntes Angebot an waldpädagogischen Terminen geplant. Somit ist die gesamte Vielfalt an Waldpädagogik, wenn auch unter verschiedenen Auflagen, wieder möglich.

Der Gemeinderat nahm Kenntnis.

Informationen zur Corona-Pandemie
Bürgermeister Heuser informiert über die aktuellen Fallzahlen in Neuenstadt und über die Öffnungszeiten des gemeinsamen Testzentrums Neuenstadt – Hardthausen – Langenbrettach in der Stadthalle Neuenstadt. Er weist zudem auf die zahlreichen Impfaktionen ohne Termin hin, u. a. auf die Aktion am 31. Juli 2021 bei den Märkten am Bahnweg in Neuenstadt.

Der Gemeinderat nahm Kenntnis.

Sanierung Landesstraße Stein-Neudenau
Bürgermeister Heuser informierte das Gremium, dass der Zuschlag der Maßnahme diese Woche an die Fa. Leonhard Weiß aus Bad Mergentheim erteilt wurde. Die geplante Bauzeit wird 6 Wochen dauern. Der Baubeginn soll nach Auskunft des Landes am 23. August 2021 sein. 

Der Gemeinderat nahm Kenntnis.

 

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