Kocherbrücke nach Bürg
L 1095: Regierungspräsidium plant Verbreiterung und Sanierung der Kocherbrücke nach Bürg
Die Landesstraße L 1095 zwischen Neuenstadt am Kocher und dem Stadtteil Bürg soll sicherer für Radfahrende und Fußgänger werden. Herr Kemperle und Herr Baumbusch vom Regierungspräsidium Stuttgart haben dem Neuenstadter Gemeinderat am 29. Juni 2026 die überarbeitete Planung zur Verbreiterung und gleichzeitigen Sanierung der beiden Brückenbauwerke – der Kocherbrücke und der vorgelagerten Vorlandbrücke – vorgestellt.
Von der Machbarkeitsstudie zur aktuellen Planung
Bereits am 27. Juli 2020 hatte der Gemeinderat Neuenstadt am Kocher eine Machbarkeitsstudie zur Anlage eines landesstraßenbegleitenden Geh- und Radweges beraten und sich für eine Variante ausgesprochen, die den Radweg auf der Westseite der L 1095 führt. Diese Variante sah den Umbau des bestehenden Gehweges sowie den Neubau einer Geh- und Radwegbrücke über den Kocher vor.
Das Regierungspräsidium Stuttgart stimmte dieser Variante zu und erarbeitete eine Vereinbarung über den Ausbau des landesstraßenbegleitenden Radwegabschnitts einschließlich des Neubaus einer Geh- und Radwegbrücke. Der Gemeinderat stimmte dieser Vereinbarung am 25. April 2022 zu. Im Anschluss beauftragte die Stadt ein Ingenieurbüro mit der Erstellung der Entwurfsplanung.
Der Ortschaftsrat Bürg befasste sich am 29. April 2024 mit dem Sachverhalt und empfahl dem Gemeinderat, der Umsetzung dieser Entwurfsplanung zuzustimmen. Zum Zeitpunkt dieser Abstimmung lagen noch keine Kostenschätzungen vor; diese wurden zwischenzeitlich erstellt und dem Regierungspräsidium übermittelt. Auf dieser Grundlage hat das Regierungspräsidium Stuttgart die Planung für das Brückenbauwerk mit Radwegführung überarbeitet und seine aktualisierte Planung im Gemeinderat vorgestellt. Diese neue Planung sieht eine Sanierung und Verbreiterung der Brücken mit ausreichend Platz für Fußgänger und Fahrzeuge aller Art vor.
Die bestehende Strecke ist heute stark beengt: An der schmalsten Stelle misst die Fahrbahn nur 5,10 Meter, der Gehweg ist gerade einmal 1,20 Meter breit. Einen eigenständigen Radweg gibt es nicht, Rad- und Kfz-Verkehr teilen sich die Fahrbahn. Die Strecke ist zugleich Schulweg für rund 65 Grundschulkinder und 80 Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen und entsprechend stark frequentiert.
Zwei historische Bauwerke
Die Strecke überquert den Kocher über zwei Brücken:
- Die Vorlandbrücke ist eine Natursteinbrücke aus dem Jahr 1897, die 1987 und 2003 bereits saniert wurde.
- Die Kocherbrücke (Hauptbrücke) wurde ebenfalls 1897 als Natursteinbrücke errichtet, 1945 gesprengt und 1946 durch eine Stahlbetonbrücke ergänzt bzw. ersetzt. 1989/90 wurde die Betonsubstanz bereits einmal ertüchtigt.
Beide Bauwerke sollen im Zuge der Maßnahme umfassend instandgesetzt werden (Beton- und Mauerwerksanierung).
Planungsziel: 3 Meter breiter, gemeinsamer Geh- und Radweg
Kernstück der aktuellen Brückenplanung ist ein neuer, kombinierter Geh- und Radweg mit einer nutzbaren Breite von 3,0 Metern, der über ein 15 Zentimeter hohes Hochbord von der 7,5 m breiten Fahrbahn getrennt wird.
Auf der Hauptbrücke wird die Verbreiterung durch das Auflegen einer seitlich überstehenden Stahlbetonplatte realisiert. Der Damm wird auf der stromabwärtigen Seite auf dem Gelände des heutigen Alten Sportplatzes verbreitert; für einen Bolzplatz bleibt dort weiterhin Platz.
Auf dem Damm soll die Fahrbahn auf 8 m verbreitert werden. Sie ist dort durch einen Grünstreifen vom 2,5 m breiten Geh- und Radweg getrennt.
Vollsperrung während der Bauzeit – Umleitung über Gochsen
Die Bauarbeiten sollen rund eineinhalb Jahre dauern. Während dieser Zeit ist eine Vollsperrung der Strecke erforderlich, auch für den Fußverkehr. Deshalb wird in unmittelbarer Nähe eine temporäre Behelfsbrücke für Fußgänger errichtet.
Der Kfz-Verkehr wird über Gochsen umgeleitet. Die dortige Kocherbrücke ist derzeit in einem baulich schlechten Zustand; sie muss zunächst vom Landkreis Heilbronn ab 2028 erneuert werden, bevor sie als Umleitungsstrecke genutzt werden kann. Erst danach kann das Land Baden-Württemberg die Kocherbrücke Richtung Bürg sanieren und verbreitern.
Zeitplan
In den Jahren 2026/2027 werden die Planungsleistungen ausgeschrieben; es laufen bereits faunistische Kartierungen, Material- sowie Baugrunduntersuchungen sind geplant. 2028/2029 erfolgt die Entwurfsplanung, 2030/2031 folgen Ausführungsplanung und Bau.
Kosten
Für die Verbreiterung und Sanierung der beiden Brücken rechnet das Regierungspräsidium Stuttgart mit Gesamtkosten von rund 5,1 Millionen Euro.



